Literaturprojekt
Literaturprojekt

Eine Übung pro Monat

 

Schreibübung August 2017

 

 

Dramaturgische Überlegungen 4:

Beschluss und Durchführung

 

 

In den ersten drei Übungen zu dramaturgischen Überlegungen haben wir uns mit dem äußeren Ereignis, der Reaktion und der Diskussion beschäftigt. In der Beschreibung der Reaktion haben wir einen Wesenszug der Figur enthüllt, vielleicht sogar einen wichtigen Charakterzug.

Damit unsere Geschichte aber weiterlaufen kann, durfte die Figur nicht in diesem reagierenden Zustand bleiben, sondern musste wieder aktiv werden, um einen Beschluss zu fassen, wie sie nach dem äußeren Ereignis weitermacht.

In der darauf folgenden Diskussion gewinnt sie wieder Halt und kann sich zu einem Beschluss durchringen. Sie trifft eine Entscheidung und zwar bewusst. Der Weg, der die Figur dahin führt, kann schneller oder langsamer sein, die Entscheidung kann durch ein Gespräch mit einer anderen Figur oder mit sich selbst zustande kommen.

 

Diese Entscheidung wird dann formuliert: Sie stellt nach äußerem Ereignis, Reaktion und der Diskussion das vierte dramaturgische Element der dramaturgischen Grundeinheit dar.

Diese Erzähleinzeit "Beschluss" besteht oft nicht mehr als einem Satz, in dem die Entscheidung verkündet wird oder einigen zusätzlichen Bemerkungen, welche den Beschluss erläutern oder ergänzen.

 

 

"Und er beschloss, Marie zu heiraten. Schließlich war sie hübsch anzusehen, hatte ein ordentliches Auskommen und galt als rechtschaffendes Mädchen."

 

oder

 

"Und er beschloss, Marie zu heiraten. Obwohl sie nicht sonderlich hübsch aussah, keinerlei Auskommen hatte und von manchen als liederlich bezeichnet wurde, fühlte er sich doch zu ihr so hingezogen, dass die Entscheidung...."

 

 

 

Wenn ein Beschluss gefasst wird, gehen Menschen üblicherweise daran, ihn umzusetzen.

Die folgende dramaturgische Einheit nennen wir "Durchführung".

 

Sie besteht aus einer Szene, in der gezeigt wird, wie die Figur vorgeht, um den Beschluss umzusetzen. Dabei können auch mehrere Versuche gerafft dargestellt werden. Es muss also nicht immer eine Einzelszene sein.

 

 

"In den folgenden Tagen, wartete er auf einen Gelegenheit, Marie sein Vorhaben zu unterbreiten. Allerdings..."

 

oder

 

"Und ohne den Morgen abzuwarten, verließ er beim ersten Tageslicht das Haus und beeilte sich zur Mühle zu kommen. Kräftig klopfte er an die Tür, als aber niemand öffnete lief er ums Haus und kletterte am Mühlrad nach oben..."

 

 

Das kann natürlich schiefgehen, und schon haben wir ein neues äußerliches Ereignis.

Aber zuvor noch: Ich habe zwei verschiedene Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Nicht immer versuchen unsere Figuren sofort ihren Beschluss umzusetzen.

Und deswegen ist die Art und Weise, wie unsere Figur sich bei der Durchsetzung verhält, ein Indikator für die Aktivität der Figur. Im ersten Beispiel haben wir eher eine mittlicher Aktivität, im zweiten Beispiel hohe Aktivität.

Niedrige Aktivität könnte so aussehen:

 

"Nachdem er diesen Entschluss gefasst hatte, versank er in seinen Gedanken und konnte sich kaum noch rühren. Fragen liefen durch seinen Kopf: Was wäre wenn Marie nein sagen würde? Was würden ihre Eltern und seine Eltern sagen? Und fand er überhaupt die richtigen Worte? Würde er stottern oder gar verstummen?"

 

Wir sehen, dass diese Figur sehr weit entfernt davon ist, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Und dieser Aktivitätsgrad ist in vielerlei Hinsicht wichtig. Davon aber ein anderes Mal. Hier nun eine Übung zu diesen dramaturgischen Überlegungen.

 

 

 

Übung:

 

 

Was bisher geschah:

 

Äußeres Ereignis:

 

Eine Frau oder ein Mann lernt einen Mann oder eine Frau kennen, die alles zu haben scheint, was sich unsere Figur wünscht.

 

Reaktion:

 

Tief beeindruckt gelingt es unseren Protagonisten noch die Adresse/Telefonnummer/e-Mail zu erhalten.

 

Diskussion:

 

Nachdem die Figur fort ist, überlegt unsere Figur was sie tun soll.

Unsere Figur hat schon einen Lebenspartner und ist nicht sehr glücklich, wenn auch eigentlich die Beziehung funktionert, aber es funktioniert eben nur, und man hat natürlich bei einem Wechsel viel zu verlieren, schließlich kann man sich in dem Neuen ja auch täuschen.

Sie führt eine harte Diskussion, denn die Vorteile einer neuen Verbindung liegen auf der Hand

 

 

Was noch zu schreiben ist:

 

Variante A:

 

Die Figur beschließt, sich zu trennen und die neue Beziehung einzugehen.

 

A 1:

 

Beschreiben Sie den Beschluss und eine Szene wie die Figur mit hoher Aktivität diesen Beschluss umzusetzen versucht.

 

A 2:

 

Beschreiben Sie den Beschluss und eine Szene wie die Figur mit niedriger Aktivität diesen Beschluss (nicht) umsetzt.

 

 

Variante B:

 

Die Figur beschließt beide Beziehungen weiterzuführen.

 

B 1:

 

Beschreiben Sie den Beschluss und eine Szene wie die Figur mit hoher Aktivität diesen Beschluss umzusetzen versucht.

 

B 2:

 

Beschreiben Sie den Beschluss und eine Szene wie die Figur mit mittlerer Aktivität diesen Beschluss (nicht) umsetzt.

 

 

 

 

 

Mit besten Grüßen

 

Ihr

 

Arwed Vogel

 

 

 

 

Schreibübung Juni 2017
Schreibübung Juni 2017 Raumbeschreibung [...]
PDF-Dokument [77.3 KB]
Schreibübung Juli 2017
Schreibübung Juli 2017 Doppeldeutigkeit.[...]
PDF-Dokument [66.8 KB]

Rufen Sie einfach an unter

 

Arwed Vogel

++49 ( )8762 726121

 

oder

 

Bernhard Horwatitsch

++49 ( )89 72016549

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Literaturprojekt