Literaturprojekt
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Eine Übung pro Monat

Schreibübung Oktober 2017

 

Darstellung von Gefühlen 1

Variationen und Steigerung von Körpersprache

 

 

In diesem Monat beginnen wir eine Reihe von Übungen zur Darstellung von Gefühlen. Das ist keine leichte, aber sehr bedeutende Aufgabe für den Verfasser literarischer Texte. Denn das Gefühlsleben ist ja eine der wesentlichsten Dinge, die literarische Texte zur Darstellung bringen. Das literarische Figuren in Kriminal- oder Actiongenre kaum oder keine Gefühle zeigen, gehört wohl eher der Vergangenheit an. Aber der Umfang der Darstellung unterscheidet sich in den verschiedenen Texten natürlich.

 

Die wichtigste Möglichkeit, Gefühle indirekt zur Darstellung zu bringen, ist die Körpersprache. Im 19. Jahrhundert wurde sie im englischen Roman immer weiter entwickelt, im 20. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Bewegung ist die Körpersprache zu einem wesentlichen Element der Darstellungstechnik geworden.

 

Da dies bereits allgemein bekannt, ist möchte ich gleich einen Schritt weitergehen. Das Inventar von körpersprachlichen Regungen ist zwar vielfältig, aber die Möglichkeiten der sprachlichen Darstellung sind doch begrenzt.

Es gibt eine Vielzahl von Augenbrauenbewegungen, aber sie lassen sich nicht alle darstellen und werden auch nicht in ihrer Bedeutung verstanden.

 

Er zog die Augenbrauen hoch oder zusammen - da sind schnell die Grenzen erreicht.

Die Beschreibung eines zornigen Menschen darf sich aber natürlich nicht darin erschöpfen, dass einer einer roten, der andere einen weißen Kopf bekommt.

 

Um diesem Problem zu entkommen bietet es sich an, Variationen zu finden.

Dabei gilt es nicht nur ein Moment zu beschreiben, sondern eine Reihe von Ausdrucksmerkmalen zu finden, die für das Gefühl stehen, das es zu beschreiben gilt.

Sodann ist es günstig ein bekanntes Merkmal mit einem weniger bekannten oder gar einmaligem Merkmal zu kombinieren, damit einerseits der Inhalt transportiert, andererseits die Individualität der literarischen Figur gesichert wird.

 

In der folgenden Übung können Sie damit spielen, indem Sie das #Gefühl im Körperausdruck der Intensität steigern.

 

Übung:

 

Beschreiben Sie einen Menschen in einem Zimmer, der anfangs nervös ist, dann aber immer unruhiger wird.

Schaffen Sie drei Erregungsstufen und beschreiben Sie auf jeder Stufe ein bekanntes und ein individuelles Merkmal.

 

Stufe 1:

Bekanntes Merkmal: Schnelle Fingerbewegung

Unbekanntes Merkmal: ….....................................?

 

Stufe 2:

Bekanntes Merkmal: Aufstehen, schnelle Bewegungen

Unbekanntes Merkmal: …..................................... ?

Stufe 3:

Bekanntes Merkmal: Will das Zimmer verlassen, sucht Kontakt zur Außenwelt (Telefon, o.ä.)

Unbekanntes Merkmal: …...................................?

 

So könnte ein Schema aussehen. Aber natürlich sind Ihrer Phantasie und Ihrem Variationsfindekunst keine Grenzen gesetzt.

Probieren Sie es aus mit einem weiteren Gefühl: Wut, Liebe, Melancholie, Sehnsucht...

Gerade die Steigerung von Emotionen ist wichtig für die spätere Konfliktsteigerung eines literarischen Textes.

 

Dennoch wünsche ich einen friedlichen und sonnigen Oktober

 

Arwed Vogel

 

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